Adobe Acrobat 8 im Open Directory erfolgreich einsetzen

Nachdem sich offensichtlich mehr und mehr Mac-User in mein Blog verirren, darunter womöglich auch der ein oder andere Admin, habe ich beschlossen die Welt auch an meinen Erfahrungen und Lösungen teilhaben zu lassen. Den Anfang möchte ich heute mit einem Artikel machen, der beschreibt, wie man Adobe Acrobat in einem Netzwerk verwenden kann, in dem alle User mit Roaming Profiles bzw. im Netzwerk gespeicherten Heimatverzeichnissen (Open Directory) arbeiten.

Die meisten Anwender im professionellen Bereich arbeiten mit einem Haufen teurer Software aus dem Hause Adobe, und können in der Regel PDFs aus diesen Dokumenten direkt erzeugen (z.B. aus InDesign für die Druckerei). Andere Anwender arbeiten in der Regel alleine oder in kleineren Gruppen in denen kein Open Directory zum Einsatz kommt. Diese Anwender arbeiten also lokal auf den Maschinen, und haben in der Regel auch direkt Admin Rechte auf ihr System.

User im Open Directory

Adobe ist ja stets daran bemüht, PDF als das Allheilmittel im Dokumentenmanagement anzupreisen. Im Unternehmen gebe es nichts besseres, effizienteres usw. usf. Leider hat Adobe schon seit der Version 7 in Acrobat einen massiven Fehler, der auch in Version 8 besteht: User ohne Adminrechte mit einem serverseitig gespeicherten Heimatverzeichnis können keine PDF-Dokument erzeugen. Die Anwendung an sich funktioniert tadellos. Sofern man schon PDFs hat, die weiterverarbeitet werden sollen, läuft die Arbeit problemlos. Das Erzeugen von PDFs hingegen scheitert vollkommen. Weder über den Adobe PDF-Drucker, noch beispielsweiseden PDF-Maker innerhalb von MS Office lassen sich PDFs erzeugen. Für den Anwender sieht zunächst alles in Ordnung aus. Der Druckauftrag wird gesendet, der Drucker springt an, der Rechner arbeitet, einzig das PDF erscheint nicht. Schaut man tiefer ins System, sprich in die Konsole findet man sehr schnell tonnenweise Logeinträge vom Destiller, der mächtig Probleme hat.

Adobe, we got a problem

Hält man sich vor Augen, wo Adobe mit Acrobat hin will, stellt sich die Frage, welcher Entwickler hier gepennt hat. Der Bug ist bei Adobe seit Version 7 offiziell bekannt und bestätigt. Man hat zwar damals schon gesagt, man wüsste nicht, ob der Bug behoben wird, und wenn ja wann, hatte ihn aber zumindest bestätigt. Dass er dann in Version 8 wieder auftaucht zeigt, wie gründlich im Hause Adobe offensichtlich gearbeitet wird. Zum einen scheinen Bugfixes eine untergeordnete Rolle zu spielen, zum anderen scheint es Adobe nicht für nötig zu halten, Anwendungen in den Umgebungen zu testen, für die sie konzipiert sind. Ich meine, Adobe kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass in inem Verlagshaus mit sagen wir 50 Mac-Arbeitsplätzen ein Admin rumläuft, der jedem User seinen Rechner von Hand einrichtet, und ihm auch noch Adminrechte auf seine Maschine erteilt. Oder doch?

Die Lösung ist denkbar einfach

und kommt nicht aus dem Hause Adobe. Adobe wird das Problem wohl so schnell nicht in den Griff bekommen. In Version 7 ist ein solcher Fehler sicherlich verzeihlich (Umstieg auf OSX). Es dann aber in der Folgeversion nicht zu tun ist sträflich. Den Mittelstand hängen zu lassen, welches zig tausende Euro in eine Software investiert, die es nicht einsetzen kann, ist heftig. Wenn man sich dann noch anschaut, dass sich Adobe bei der Entwicklung von Acrobat 8 von der Mac-Platfrom abwendet (Versionierung, verfügbarer Funktionsumfang in der Windows- gegenüber der Mac-Welt), wird wohl kaum weder 8.1 noch Version 9 das Problem beheben. Für alle, die Acrobat dennoch einsetzen (müssen) gibt es im Grunde nur eine tragebare Möglichkeit:

Mobile Heimatverzeichnisse

Im OpenDirectory kann man mobile Heimatverzeichnisse definieren. Kurz zusammengefasst bedeutet dies, dass das im Netzwerk gespeicherte Heimatverzeichnis lokal auf der Workstation abgelegt und dann mit dem Server synchronisiert wird. Im Grunde behält man dabei alle Vorteile der Heimatverzeichnisse im Netzwerk. Zusätzliche Vorteile sind, dass der Client etwas unabhängiger und unanfälliger gegen Ausfälle des OpenDirectorys wird. Außerdem kann man sich von einer gewissen Datenflut auf dem Server schützen, indem man nur bestimmte Bereiche des Heimatverzeichnisses synchronisiert, und z.B. die iTunes Library davon ausnimmt. Musik-Messies müllen einem also nicht unerlaubter Weise die Serverkapazitäten voll.

Nur in dieser Konstellation läuft dann auch die PDF-Erzeugung mit Acrobat (ohne die Kontrolle über die User aufgeben zu müssen). Haken an der Sache ist: die Umstellung auf mobile Heimatverzeichnisse ist ein je nach Größe der Installation ziemlich aufwändiger Prozeß. Glücklicher Weise kann er nach und nach und quasi im vollen Betrieb eingeführt werden, was die Sache wieder ziemlich entspannt. Details zurKonfiguration von mobilen Heimtverzeichnissen sind der Mac OS X Server Doku zu entnehmen. Bei Interesse poste ich gerne, wie ich die Umstellung in meinem Netzwerk gemanaged habe.

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2 Reaktionen zu “Adobe Acrobat 8 im Open Directory erfolgreich einsetzen”

  1. zoohelter » Blog Archiv » Start der Acrobat 9 Beta-Phase

    [...] habe. Die Bug besteht übrigens seit Version 7 … Immerhin habe ich damals schon einen Workaround gefunden (der allerdings in größeren Installationen wie z.B. Schulen, Unis oder Verlagshäusern [...]

  2. zoohelter » Blog Archiv » Adobe lernt einfach nicht dazu

    [...] erstellen. Den Fehler gabs in der Version 8 auch noch, allerdings klappt es wenn der User auf der lokalen Maschinen ein Homedir hat. Naja der Reader 8 z.B. ließ sich als Benutzer ohne Adminrechte gar nicht verwenden, und jetzt [...]

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zoohelter